Herzlich willkommen zu meinem Reisebericht! Gleich vorweg eine kleine Entschuldigung: Das hier wird lang. Sehr lang. Und es gibt verdammt viele Fotos. Aber ganz ehrlich: Portugal hat es mir fotografisch nicht leicht gemacht. Hinter jeder Kurve, jeder Düne und jeder Steilküste wartete das nächste Motiv, das förmlich geschrien hat: „Achtung, Auslöser drücken!“
Unsere Route führte uns mit dem Auto von Deutschland nach Porto, weiter über Lissabon bis nach Fonte da Telha und später an die Algarve. Auf dem Rückweg sind wir durch Spanien und Frankreich zurückgerollt. Unterwegs gab es Atlantik-Wellen, verwunschene Gärten, Stierkampf und eine Drohne, die um ein Haar als Geier-Snack geendet wäre.
Meine liebsten Fotos dieser Reise schaffen es später in den Shop. Aber fangen wir erst einmal ganz von vorne an, nämlich in Porto. Schnall dich an, es geht los!

Vila Nova de Gaia: Der Start mit Blick auf Porto
Los ging es in Vila Nova de Gaia, direkt gegenüber von Porto auf der anderen Seite des Douro. Von hier aus hast du die beste Aussicht auf die Altstadt, die sich in bunten Häusern und roten Dächern den Hang hinaufstapelt. Dazu kommen die Dom-Luís-I.-Brücke aus Eisen, die Boote auf dem Fluss und die Portweinkeller am Ufer.
Ich habe hier viel mit dem Teleobjektiv gespielt und die Dächerlandschaft eingefangen. Besonders schön fand ich das Licht, wenn die Sonne die Fassaden und das türkisblaue Wasser des Douro zum Leuchten bringt.
Zum Abschluss ging es noch mit der Drohne hoch: Die kleine Kapelle auf den Felsen am Strand von Miramar ist ein Motiv, das du nicht auslassen solltest. Der Atlantik donnert dort gegen die Steine, und die Kapelle sitzt mittendrin.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Matosinhos: Ein kurzer Stopp an der Küste
Matosinhos und das benachbarte Leça da Palmeira liegen direkt am Atlantik, nördlich von Porto. Die Gegend ist bekannt für ihre Fischrestaurants und für die Meerwasserschwimmbäder, die der Architekt Álvaro Siza in die Felsen gebaut hat.
Bei mir war das eher ein kurzer Zwischenstopp. Wenn du in Porto bist und einen halben Tag übrig hast, lohnt sich der Abstecher für frischen Fisch und eine Prise Meeresluft.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Porto: Goldene Kuppeln und enge Gassen
Porto ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß erkundet, auch wenn deine Waden danach Beschwerde einreichen. Ständig geht es bergauf oder bergab, aber dafür wirst du mit Blicken belohnt, die jede Anstrengung wert sind.
Im Abendlicht haben es mir besonders die prächtigen Gründerzeitbauten in der Innenstadt angetan. Die goldenen Kuppeln glühen, als hätte jemand den Warmton-Regler aufgedreht. Hier lohnt es sich, die letzte Stunde vor Sonnenuntergang einzuplanen.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Ílhavo: Dünenzäune und Atlantikwind
Weiter südlich bei Ílhavo wird es sandig und weit. Die Küste ist hier flach, und Holzzäune halten die Dünen zusammen. Das sieht nicht nur praktisch aus, sondern ergibt auch richtig schöne Linien im Bild.
Ich habe hier eine Belichtungsreihe gemacht, damit der strahlend blaue Himmel, der helle Sand und die Gischt gleichzeitig ordentlich aussehen. Der Wind war frisch, die Wellen hatten Schwung, ein perfekter Start in die Atlantikküste.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Gafanha da Nazaré: Hafenluft und Ria
Gafanha da Nazaré liegt an der Ria de Aveiro, einer großen Lagune mit Kanälen und Sandbänken. Die Gegend ist stark von Hafen und Fischerei geprägt, was du an der Atmosphäre sofort merkst. Es riecht nach Salz und Tradition.
Hier habe ich ebenfalls eine Belichtungsreihe geschossen. Für die Wartezeit auf die richtige Wolke hatte ich allerdings zu wenig Geduld, du kennst das vielleicht.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Aveiro: Bunte Boote und schicke Fassaden
Aveiro wird gern das „Venedig Portugals“ genannt. Das ist etwas übertrieben, aber die Kanäle mit den bunt bemalten Moliceiros, den traditionellen Booten, sind wirklich ein Hingucker. Früher wurde damit Seetang geerntet, heute fahren Touristen darin spazieren.
Ich habe mich am Kanal und in den Gassen umgesehen. Die Häuser mit ihren verzierten Fassaden, mal im Jugendstil, mal einfach nur farbenfroh, laden zum Staunen ein. Der knallblaue Himmel hat dabei kräftig mitgeholfen.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Nazaré: Rotes Leuchtfeuer unter dramatischem Himmel
Nazaré kennst du vielleicht von den Videos mit den riesigen Wellen, die Surfer hier im Winter reiten. Wir waren dagegen bei ruhigerem Wetter da, und der Atlantik hat sich von seiner sanften Seite gezeigt.
Trotzdem hatte der Himmel Drama zu bieten. Das kleine rote Leuchtfeuer auf der alten Festungsmauer vor den schweren Wolken war für mich das Motiv des Tages. Ein bisschen Mystik schadet nie.


→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Costa de Caparica: Sonne, Strand und Strohschirme
Mein erster Gedanke, als ich diese Küste sah: Besteht eigentlich ganz Portugal nur aus Sandstrand? Die Strände sind kilometerlang, sauber und wirken stellenweise herrlich wild. Es ist genau dieses Gefühl von Freiheit, das ich beim Fotografieren so liebe.
Am Abend färbt sich der Himmel hinter den Strohschirmen tiefrot, und die Silhouetten sorgen für Atmosphäre. Falls du baden willst: Der Atlantik ist etwas kühler als das Mittelmeer. Wenn der Wind das Tiefenwasser hochzieht, wird die Abkühlung sehr spontan.



→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Almada und Fonte da Telha: Dünen, Pinien und ein Hauch Robinson
In Fonte da Telha haben wir zwei Wochen unser Quartier aufgeschlagen. Das Schöne an dieser Ecke ist die Vielfalt auf kleinem Raum. In einer Minute stehst du in den Dünen mit Nordsee-Feeling, fünf Minuten später in Pinienwäldern mit Blick auf türkisfarbenes Wasser. Zwischendurch fühlt es sich fast an wie im Taunus.
Bei einer Wanderung im Naturschutzgebiet haben wir ein ukrainisches Künstlerpaar getroffen, das den Sommer in einer Höhle über dem Meer verbringt. Er malt dort mit Blick auf die Wellen, und die beiden beobachten regelmäßig Wale und Delfine. Solche Begegnungen vergisst du nicht. Die Hütte aus Ästen und Treibholz unter den windgeformten Pinien passt perfekt in diese Stimmung.
Fotografisch gab es hier alles: rote Dickblatt-Pflanzen am Klippenrand, das Gegenlicht in den Kiefern und einen Sonnenuntergang, der den ganzen Himmel in Glut getaucht hat.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Lissabon: Sieben Hügel, Nachtlichter und Seefahrerstolz
Lissabon heißt nicht ohne Grund die Stadt der sieben Hügel. Das Autofahren hier ist ein Abenteuer, das mich stark an das Kreisverkehr-Chaos in Offenbach erinnert hat. Wenn du hier stressfrei durch die Kreisel kommst, bringt dich so schnell nichts mehr aus der Ruhe. Das Mautsystem ist außerdem eine Wissenschaft für sich. Immerhin waren die Spritpreise ein gutes Stück günstiger als bei uns und blieben über Tage konstant.
Abends habe ich die Stadt bei Nacht erkundet: den beleuchteten Triumphbogen an der Rua Augusta, den Rossio mit seiner hohen Säule und dem Nationaltheater, dazu einen Cellisten, der auf dem gemusterten Pflaster vor einer Statue spielte. Es war einer dieser Momente, in denen man den Kameraverschluss fast leise bedienen möchte.
Tagsüber ging es nach Belém: zum gestreiften Leuchtturm, zum Denkmal der Entdecker mit der Himmelskugel davor und zum Torre de Belém, der malerisch im Wasser steht. Plane hier reichlich Zeit ein. Und probier unbedingt ein Pastel de Nata, auch wenn die Kalorien mitreisen.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Cascais und Guincho: Klippen, Leuchttürme und Sonnenuntergänge
Cascais ist ein Küstenparadies, das vom Hafenstädtchen bis zur wilden Atlantikküste alles zu bieten hat. Zwischen Guia und Cresmina fand ich Felsbuchten, in denen das Wasser von Türkis bis Tiefblau schimmert. Dazu kommen Klippenwege mit Pinien, Leuchttürme und das ständige Rauschen der Brandung.
Am Guincho-Strand ist der Wind spürbar rauer, und die Dünen bieten tolle Linien. Die Abendstunden haben mich hier am längsten gefesselt. Ob die Sonne hinter Felsen im flachen Wasser versinkt oder über einem Meerwasserpool untergeht: Das Licht ist fantastisch. Von einer Szene gibt es sogar eine Schwarzweiß-Version, weil mir die Struktur im Wasser so gut gefiel.
Ein Anker am Hafen von Cascais, verrostet und blau gesprenkelt, rundet die Sammlung ab. Ein kleines Stillleben mit Seefahrerduft.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Samora Correia: Ein Halt im Hinterland
Samora Correia liegt im Ribatejo, einer flachen, ländlichen Gegend östlich von Lissabon. Die Region lebt von Landwirtschaft, Pferden und Stieren. Hier siehst du ein ganz anderes Portugal als an den Küsten.
Wir sind nur kurz durchgefahren, aber so ein Zwischenstopp zeigt, wie unterschiedlich das Land sein kann.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Coruche: Vogelschwärme über überfluteten Feldern
Rund um Coruche gibt es weite Felder, die zeitweise unter Wasser stehen. Als wir ankamen, hob plötzlich ein riesiger Reiherschwarm ab. Hunderte Tiere flatterten vor dem blauen Himmel, und die Wasseroberfläche glitzerte darunter.
Solche Momente gehen schnell vorbei, deshalb: Kamera immer griffbereit halten! Hier hat sich das ausgezahlt.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Sesimbra: Möwen, Schlangen und ein Wallfahrtsort am Kap
Rund um Sesimbra ist die Küste weit und naturbelassen. Am Strand von Olhos de Água haben sich große Möwenschwärme versammelt, die beim Auffliegen herrlich dynamische Bilder ergeben. Auch über dem Meer war ordentlich was los.
Im trockenen Laub habe ich eine Schlange entdeckt, die sich fast unsichtbar zusammengerollt hatte. Mit Abstand und Zoom wurde daraus ein spannendes Suchbild. Nicht anfassen, nicht stören, nur schauen.
Beeindruckend ist das Santuário am Cabo Espichel. Der weite Platz mit den langen Arkadenbauten wirkt in der Sonne wie aus der Zeit gefallen. Du stehst fast alleine da und hörst nur den Wind.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Sintra: Paläste, Villen und verwunschene Gärten
Sintra war ein absolutes Highlight. Spoiler: Zwei Tage reichen bei Weitem nicht aus! Die Stadt ist voller Geschichte und Fotomotive. Da ist der Palácio Nacional mit seinen zwei markanten, kegelförmigen Schornsteinen, und da ist das rote Märchenschloss auf dem Hügel, das über den Baumkronen thront. Dazu kommen versteckte Villen unter dem Blätterdach und verfallene Häuschen mit gotischen Fenstern, die richtig Charme haben.
Auch abseits der großen Namen gibt es viel zu entdecken. Die Mauern am Wegesrand sind von Hortensien und Efeu überwuchert, und selbst das Rathaus mit dem bunten Spitzturm ist ein Foto wert. Das Licht im feuchten Waldklima Sintras ist weich und manchmal fast magisch.
Ein Tipp: Plane die Wege realistisch. Sintra ist hügelig, und die Eintrittswarteschlangen können lang werden. Wer früh kommt, hat mehr Ruhe und bessere Fotos. Die große Burg wurde damals von den Mauren erbaut, als sie aus Afrika r ihren Eroberungszug nach Portugal verlagerten.

















→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Colares: Weinberge im Sand und Wind am Kap
Colares ist bekannt für seinen Wein, dessen Reben direkt im Sand wachsen. Das ist eine Seltenheit und erklärt den besonderen Charakter der Tropfen.
Von hier ist es nicht weit zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Wenn du eine steife Brise suchst, bist du dort richtig. Der Wind bläst so brutal, dass dir das Lachen im Gesicht stehen bleibt. Halte Kamera und Mütze gut fest.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Moita: Stierkampf auf portugiesisch
Man kann zum Stierkampf stehen, wie man möchte. Für mich als Fotograf war es eine faszinierende und optisch eindrucksvolle Tradition. In Portugal steht nicht der Torero allein im Sand, sondern die hohe Schule der Reitkunst im Mittelpunkt. Zu sehen, wie fein ausgebildet die Pferde sind und wie sie sich bewegen, hat mich beeindruckt.
Auch die Hintergründe waren mir neu: Ursprünglich ging es darum, die Bergdörfer vor hochaggressiven Wildstieren zu schützen. Und im Idealfall stirbt der Stier in Portugal nicht in der Arena. Die Tiere leben vorher vier Jahre wie Könige auf riesigen Weiden. Schlägt sich der Stier gut, darf er nach dem Kampf sogar zurück zu den Kühen. Wenn nicht, gibt es am nächsten Tag Steak. Fotogen war das Spektakel allemal, besonders im Abendlicht.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Lagoa: Die Höhle von Benagil
Jetzt geht es an die Algarve! Landschaftlich ist sie mit ihren Felsformationen ein Pflichttermin. Mein ehrlicher Tipp: Mach unbedingt eine Bootstour zu den Felsenhöhlen. Fototechnisch ist das der Wahnsinn.
Die Gruta de Benagil mit dem Loch in der Decke ist das berühmteste Beispiel. Das Licht fällt von oben hinein, die Felswände leuchten in Orange, Gelb und Rot, und unten schaukelt das türkise Wasser. Ich habe die Szene als Belichtungsreihe fotografiert, weil die Kontraste zwischen dem hellen Himmel und der dunklen Höhle enorm sind.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Portimão und Praia de Alvor: Abendglühen am Strand
Portimão selbst hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Die Betonhotels sind für meinen Geschmack ziemlich hässlich. Dafür war der Strand von Alvor ein echter Lichtblick.
Bei Ebbe zeichnet das Wasser Muster in den nassen Sand, und der Himmel verfärbt sich langsam von Violett zu Orange. Ein Felsen im Vordergrund gibt dem Foto Tiefe, und im Hintergrund stehen Felsnadeln im Wasser. Das war ein perfekter Abend zum Fotografieren.




→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Lagos: Sonnenlicht in Violett
Lagos hat mir deutlich besser gefallen als so mancher Nachbarort. Die Stadt ist freundlicher, kleiner und hat einen schönen Altstadtkern. Die Küste in der Umgebung ist bekannt für ihre Felsbuchten.
In Porto de Mós habe ich einen Strandabschnitt erwischt, auf dem der Himmel im Gegenlicht in Lila und Rosa getaucht war. Dazu algenbewachsene Steine im Vordergrund, Wellen mit weißer Gischt und weicher, feuchter Sand. Ein sehr ruhiger Moment.


→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Albufeira: Algen, Felsen und dunkle Stimmung
Albufeira ist touristisch gesehen gewöhnungsbedürftig, aber die Strände in der Nähe haben ihre Reize. Bei uns machten zeitweise invasive Braunalgen zu schaffen. Sie sehen nicht schön aus und riechen leider auch übel.
Da es von der Strömung abhängt, hilft ein Tipp: Wandere bei Ebbe einfach um die nächste Felsenecke zur nächsten Bucht. Oft ist es dort schon wieder algenfrei. Behalte dabei unbedingt die Flut im Blick, damit dir die Ausrüstung nicht absäuft.
Fotografisch hatte das Wetter hier Charakter: dunkle Wolken, ein Sonnenstrahl und strukturierte Felsen im Vordergrund. Zwei der Motive habe ich in Schwarzweiß umgesetzt, weil sie dadurch noch dramatischer wirken.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Tavira: Patina, Anker und Salzluft
Ganz besonders verliebt habe ich mich in Tavira, unsere letzte Station in Portugal. Hier gibt es keine herausgeputzten Showboote, sondern verrostete, halb gesunkene alte Fischerboote im Hafen, echte Patina, süße Cafés und das Gefühl des alten Portugals. Im barocken Kircheninnenraum mit seinen bunten Fliesen und Gold habe ich länger gestanden, als geplant.
Draußen am Strand wartet eine ganz andere Welt: Angler, die ihre Ruten in die Brandung halten, weite Sandflächen, Schaumkronen auf dem Wasser und kleine Kunstwerke aus Stöcken und Muscheln im Sand. Besonders beeindruckend ist der Ankerfriedhof. Dutzende rostige Anker ragen aus dem Dünensand, ein eigenartiges, fast poetisches Bild.
Wo alte Anker ihren Ruhestand genießen: Das Rost-Denkmal der Algarve
Wer denkt, Anker gehören ins Meer oder an den Bug eines stolzen Schiffes, kennt die Ilha de Tavira noch nicht. An der Praia do Barril stehen hunderte verrostete Rieseneisen im Dünensand aufgereiht – fast so, als hätten sich die Anker nach Jahrzehnten harter Arbeit versammelt, um gemeinsam die Sonne der Algarve zu genießen.
Die Hintergründe: Kein Piratenschiffbruch, sondern Thunfisch-Tradition
Was heute wie ein surrealistisches Freiluft-Kunstwerk oder eine Kulisse für einen Endzeitfilm wirkt, ist ein historisches Denkmal für ein ausgestorbenes Handwerk:
- Das Erbe der Armação (Thunfischfang): Ab dem 19. Jahrhundert war die Praia do Barril das Zentrum des traditionsreichen Thunfischfangs an der Algarve. Um die riesigen Thunfischschwärme abzufangen, wurde ein ausgeklügeltes Netzlabyrinth im Meer verankert.
- Schwergewichte am Meeresgrund: Damit die tonnenschweren Netze selbst den Stürmen des Atlantiks standhielten, brauchte man enorme Haltekräfte. Jedes Netz wurde mit zahlreichen dieser massiven Anker im Meeresboden fixiert.
- Der endgültige Ruhestand: Als in den 1960er Jahren die Thunfischbestände stark zurückgingen und der Fang unrentabel wurde, gaben die Fischer die Station auf. Statt die Anker zu verschrotten, setzten sie den Werkzeugen ihrer Väter und Großväter hier in den Dünen ein Denkmal.
Das Fazit
Heute „rosten“ die Giganten in Ehren vor sich hin und bieten eines der fotogensten und eindrucksvollsten Motive der gesamten portugiesischen Küste – der wohl stärkste Beweis dafür, dass man auch nach getaner Arbeit extrem stilvoll vor Anker gehen kann!
Eine alte Gleisstrecke durch die Lagune und ein weißer Steg über das Wasser haben mir außerdem schöne Perspektiven geschenkt. Das Fazit zur Algarve: Landschaftlich ein Traum, aber zweieinhalb Tage reichen. Die Mitte und der Norden haben mir insgesamt besser gefallen.
→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Ilha de Tavira: Sand, Wasser und Ruhe
Die Ilha de Tavira ist eine lange Sandinsel vor der Küste, die du nur per Boot oder Fähre erreichst. Dort geht es betont ruhig zu, ideal für lange Strandspaziergänge.
Hier konntest du den Alltag fast vergessen. Nimm Sonnencreme und Wasser mit, denn Schatten ist rar.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Minglanilla: Eine Staumauer in der Schlucht
Auf dem Rückweg haben wir in Spanien einen Zwischenstopp eingelegt. Bei Minglanilla ragt eine mächtige Staumauer zwischen steilen Felswänden auf. Von oben sieht man, wie klein sich der Mensch neben dem Bauwerk fühlt.
Die Drohne durfte für ein paar Aufnahmen in die Luft. Das türkisfarbene Wasser am Fuß der Mauer wirkt in der trockenen Landschaft fast unwirklich. Die Fotofreude währte aber nur kurz. Plötzlich kreisten fünf bis sechs gewaltige Gänsegeier sehr tief über meinem Fluggerät. Bevor die Drohne als Vogelfutter enden konnte, ging es im rasanten Sinkflug zurück zum Boden. Ein abruptes Luftduell, das ich so nicht eingeplant hatte. Aber hey, die Drohne lebt, und die Aufnahmen waren im Kasten. Die Geier seht Ihr oben auf den Fotos , als ich sie noch im Rücken hatte, und somit unbedarft geflogen bin 😉


→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Villargordo del Cabriel: Das Geier-Duell
Morgens am Stausee bei Villargordo del Cabriel ging es erst einmal mit der Drohne in die Luft. Das Wasser leuchtete türkis zwischen den bewaldeten Hügeln, und die Buchten bildeten tolle Muster.
Hier kam auch plötzlich der Handy-Katastophenalarm der spanischen Behörden vor massivem Regen. Wir hatten auf dem Weg nach Barcelona Glück, auch wenn an der Autobahn die Warnung überall leuchtete, gab es nur westlich von uns eine kleine Ortschaft welche ordentlich Wassermassen abbekommen hatte. Aber die Warnung bei strahlend blauen Himmel war schon seltsam 😉



→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Sagunt: Ein Halt an der spanischen Ostküste
Sagunt (Sagunto) liegt in der Nähe von Valencia und ist vor allem für sein römisches Theater und die lange Burganlage bekannt. Wir haben die Stadt auf der Durchreise nur gestreift.
Für solche Orte lohnt sich ein extra Tag. Merk ihn dir vor, wenn du in der Gegend unterwegs bist.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Canet de Mar: Nachtspaziergang und Magenkrampf
In Canet de Mar, nördlich von Barcelona, haben wir übernachtet. Der Ort ist bekannt für seine modernistische Architektur. Abends habe ich die stillen Gassen fotografiert, mit Laternenlicht, Kopfsteinpflaster und leeren Straßen. Ein Strandspaziergang unter Wolken und Mondlicht gehörte ebenfalls dazu.
Während auf dem Handy der Zivilschutz Großalarm wegen Starkregen schlug und Nachbarorte überschwemmt wurden, hatten wir Wetterglück. Dafür erwischte mich ein anderer Gegner: ein fieser Magen-Darm-Infekt, den ich höflich „Manuel“ nenne. Er legte mich genau am Barcelona-Tag flach. Von der Stadt habe ich also leider nichts gesehen. Dank einer kompromisslosen Whisky-Geheimkur war der Spuk nach 24 Stunden vorbei.







→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Perpignan: Frankreich, wir sind da
Hinter der Grenze begrüßte uns Perpignan, die katalanisch geprägte Stadt im Süden Frankreichs. Man spürt hier noch deutlich die Nähe zu Spanien.
Wir haben nur einen kurzen Halt eingelegt, aber das Flair der Stadt hat mich neugierig gemacht.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Rivesaltes: Wein und Backstein
Rivesaltes ist vor allem für seine süßen Weine bekannt. Zwischen den Rebflächen stehen viele alte Gebäude aus Naturstein und Backstein.
Besonders schön fand ich eine lange Fassade mit rotem Ziegelschmuck, Rundfenstern und schmiedeeisernem Tor. Das Zusammenspiel mit dem knallblauen Himmel hat mir gut gefallen.


→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Leucate: Ein Boot, ein See, ein bisschen Melancholie
Leucate liegt zwischen Meer und Lagune und ist vor allem bei Wassersportlern beliebt. Am stilleren Ufer der Lagune stieß ich auf ein blaues Boot, das zwischen kahlen Bäumen im Wasser liegt.
Der Himmel war voller Wolken, und die Stimmung hatte etwas Verträumtes. Genau das, was ich zum Abschluss der Reise noch gebraucht habe.



→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Narbonne: Die letzten Kilometer
Narbonne war eine der letzten Stationen auf dem Heimweg. Die Stadt hat eine lange römische und mittelalterliche Geschichte, viel mehr als ich in der kurzen Zeit erleben konnte.
Die Wärme des Südens war da schon spürbar im Rückspiegel. Vor uns lag das grau-kühle Deutschland.

→ Hier findest du den Ort auf der Karte
Weitere Eindrücke: Straßen, Gärten und Quinta da Regaleira
Hier habe ich alles gesammelt, was in keine andere Schublade passte, aber trotzdem unbedingt gezeigt werden muss: Portos Gassen mit Linienbus, das goldene Abendlicht auf dem Douro, Surfer und Strohschirme am Strand und der Elevador de Santa Justa in Lissabon. Und dazu eine enge Gasse in der Alfama, in der du dich fast in die Vergangenheit verläufst.
Den größten Teil nimmt die Quinta da Regaleira in Sintra ein: Türme mit Zinnen, Felsentunnel, ein tiefer Brunnen mit Wendeltreppe, grünes Wasser in Grotten und ein Märchenschloss am Eingang. Das ist ein Ort für alle, die gern entdecken. Wir waren dankbar für die Elektro-Tuktuks, eigentlich ein Import aus Asien, hier aber ein Segen, um von Highlight zu Highlight zu kommen.
Zum Schluss noch ein Blick in eine prächtige Kirche, ans Ufer des spanischen Stausees und auf ein altes Steinhaus mit Holztür. Kleine Dinge, die für mich zu einer guten Reise gehören.
Portugal hat mich voll erwischt, und ich habe bei dieser Reise nur einen Bruchteil gesehen. Die Wasserfälle im Inland und die kühleren Regionen warten noch auf mich. Und du? Warst du schon mal dort, oder steht Portugal auf deiner Liste? Schreib mir gern in die Kommentare, welche Ecke ich beim nächsten Mal unbedingt besuchen soll, und schau im Shop vorbei, wenn dir eines der Motive gefallen hat.
PS: Auch wenn ich hier in der Ich Form geschrieben habe, wir waren zu zweit, mit der Freundin, dies noch schnell erwähnt, bevor ich Nackenschläge bekomme 😉 , schließlich ist Sie Portugal-erfahren und hat mir so zu tollen Motiven verholfen 😉
Euer Andi





























































































































































































